Donnerstag, 19. August 2010

Paola Barbato - 'Die Pathologin'

(Goldmann, 2007)

Zugegeben: Die Pathologin ist nichts für zarte Seelen und das Ende irritiert die meisten Leser. Das ist aber ein Thriller, den man schnell verschlingt, und als Thriller ist es ein sehr zynisches Buch. Nichts mit "am Ende wird Gerechtigkeit".
Passenderweise, die Autorin kommt aus Italien. Paola Barbato heisst sie (geb. 1971), und sie ist in erster Linie Comicschreiberin (Dylan Dog, bei uns von Schwarzer Klecks veröffentlicht).



Barbatos Schreibstil ist kurz und knapp und der Arbeit der Pathologin und der Ermittler angepasst. Die ganze Polizeimaschinerie wird als mächtiger Apparat mit einen viel zu weichen Kern dargestellt. Es sind schließlich Menschen, die für die Justiz arbeiten, und Menschen sind sich ähnlicher, als manch einer denkt.


" Giuditta wusste genau, dass sie sich nicht sehr von den Menschen unterschied, die sie zu jagen half. Niemand von ihnen tat das. Wenn du von vornherein annimmst, das ist der BÖSE und du bist der GUTE, dann gehst du besser nicht zur Polizei, sondern eröffnest einen Obst- und Gemüseladen. Ein Killer ist wie ein Gericht, dem eine Zutat beigefügt wurde. Wir bestehen alle aus den gleichen Zutaten, wir alle entstehen nach dem gleichen Rezept. Der Koch entscheidet dann, wie es am Ende schmeckt. Wer der Koch ist, spielt dabei keine große Rolle. "

Giuditta Licari, die Protagonistin, ist eine kühle graue Maus, davon gibt's auch bei uns viele: nicht schöne und trotzdem voll funktionsfähige Karrierefrauen... Giudittas Professionalität und Abgebrühtheit sind ihren Chefs bekannt. Daher, auch im Fall des Mailänder "Schlächters", wird sie als Profilerin eingesetzt.
im Laufe der Ermittlungen wird der Leser immer mehr mit Giuditta Licaris Verkorkstheit vertraut...



Inzwischen sind ein zweiter und ein dritter Roman von Paola Barbato in Italien erschienen. Hoffentlich bald auch bei uns!



Barbatos Parallelwelte sind das Kino und --- die Comics



Das Dylan Dog-Team





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